Keine Frage, auch ich habe mir schon oft die Frage gestellt: „Was macht eigentlich einen perfekten Hochzeitmoment aus?“ Ist es der erste Augenblick, wenn sich langsam das Kirchenportal öffnet, die wunderschöne Braut im Eingang steht und langsam, am Arm ihres liebenden Vaters, der Liebe ihres Lebens entgegenschreitet? Ist es der eine Moment nach dem Ja-Wort, in dem all der Stress der letzten Tage und Wochen, der puren Freude weicht? Oder sind es vielleicht sogar die kleinen Dinge, die manchmal nicht ganz so perfekt laufen und die einem gerade in einem Moment der Anspannung ein kleines Lachen ins Gesicht zaubern?

Wenn ich ehrlich bin, eine wirkliche Antwort fand ich nie, aber seit dem Wochenende weiß ich, wie eine nahezu perfekte Hochzeit ausschaut.

Also, man nehme:

  • den ersten wunderbar sonnig warmen Tag des Jahres
  • eine ganz zauberhafte Braut, die nicht nur mit den Augen, sondern gleich mit dem ganzen Herzen strahlt
  • einen Bräutigam mit dem absolut großartigsten Sinn für Hochzeitssocken, den ich je erlebt habe
  • und wenn wir schon in der Strumpfthematik stecken, eine absolut coole Socke als Gemeindereferenten, der die Trauung einfach mal rockt
  • tja und last but not least, eine Hochzeitsgesellschaft, die sich nicht scheut auch in der Kirche beherzt Knallgas zu geben

Ja und ganz plötzlich war er da, mein perfekter Hochzeitsmoment. Die Braut nahm mich nach der Trauung herzlich in den Arm und begrüßte mich mit den Worten: „Liebe Ariane, wir wollten Euch überraschen, darum haben wir nichts gesagt, aber habt Ihr nicht Lust mit uns feiern zu kommen?“ WOW (!!!), wie genial war das denn bitte??? Und ja, in der Tat, wir waren überrascht, aber verdammt, natürlich hatten wir Lust, aber mal sowas von!!!

Eine gute halbe Stunde Autofahrt später fanden wir uns in einer wunderschönen Hochzeitslokation im Stile eines 30er Jahre Kaffeehauses wieder. Vor der Tür entspanntes Treiben. Die Gäste genossen, auf das Brautpaar wartend, die ersten Sonnenstrahlen des Jahres, bei kühlen Getränken und netten Gesprächen. Die Kinder spielten gemeinschaftlich in der Sonne. Und mittendrin eine wunderbare Trauzeugin und ein wunderbarer Trauzeuge, die immer wieder bemüht waren, dass auch wir uns wohl fühlten.

Ich erinnere mich noch gut an die ersten Eröffnungsworte des Bräutigams, die auch heute, ein paar Tage später betrachtet, bezeichnend für diesen Tag waren: „Ihr Lieben, Ihr hattet ja jetzt alle genug Zeit Euch zu beschnuppern, darum haben wir uns das Recht herausgenommen, mal keine Platzkarten zu verteilen. Bei uns darf sich jeder seinen Platznachbarn selbst aussuchen.“ Wie herrlich unkonventionell und fern jeglicher Zwänge!

Unseren Tisch fanden wir schnell. Wunderschön geschmückt und was es perfekt machte, mit ganz zauberhaften Tischnachbarn. Ein schweifender Blick in den Raum ließ erahnen, wie wohl sich alle fühlten und auch wir fühlten uns ganz wunderbar. Wunderbar aufgenommen, von diesem liebenswerten Brautpaar und wunderbar aufgenommen von all diesen tollen Menschen, die wir am Morgen dieses Tages noch gar nicht kannten. Ja, ohne es vorher wissen zu können, sind wir an diesem wunderbaren Tage gekommen um zu bleiben! ❤