Wie ich zum Singen kam, oder der Tag an dem mich ein Versprechen das Gruseln lehrte!

Eigentlich war ich immer das, was wohl viele von uns sind. Eine leidenschaftliche Badewannen- und Duschsängerin und das mit all der Hingabe, die man sich nur vorstellen kann. An dieser Stelle ist mein Dank direkt einmal an mein tapferes, nachbarschaftliches Publikum, sowie an die städtischen Wasserwerke gerichtet, die mir immer noch regelmäßig Dankesschreiben für meinen Wasserverbrauch senden.

Irgendwann erweiterte ich meinen Konzertsaal um ein Tonstudio im heimischen Wohnzimmer, das sich aus exakt einem kleinen Laptop und einem in die Jahre gekommenen Walkman-Kopfhörer zusammensetzte. Ein Mikro? Ne, brauchte ich nicht. Das hatte ja der Rechner. Völlig überbewertet, dieser technische Schnickschnack!

Das war der Beginn erster, abendlicher Aufnahmesessions. So auch an einem Abend, als mich eine liebe Freundin anrief:

„Was machst Du gerade?“
„Och, ich sitze grad am Rechner und hab da was aufgenommen, willst Du mal hören.“
„Du singst? Na klar, sofort!“
„Naja, früher in der Schule mal, aber das ist fast 20 Jahre her. Jetzt nur mal so für mich.“

Ich spielte es Ihr am Telefon vor und sie nahm mir umgehend das Versprechen ab, eines Tages auf Ihrer Hochzeit zu singen.

Eine kleine rechnerische Denksportaufgabe: Meine Freundin war gerade solo. Statistisch gesehen würde ich sagen, dass Paare im Schnitt drei Jahre zusammen sind, bevor sie den Bund der Ehe eingehen. Wann würde ich also mein Versprechen einlösen müssen, gemäß des Falles, dass sie zeitnah ihren Prinzen treffen würde? Richtig: Nie, in drei Jahren würde sie es nämlich vergessen haben!

Die Jahre strichen ins Land. Sie fand Ihren Traumprinzen, zog mit ihm aus unserer Heimatstadt weg und wir verloren uns leider ein wenig aus den Augen. Und dies genau bis zu jenem Tag, als mich völlig unerwartet ein Anruf ereilte, mit dem ich so in keiner Weise gerechnet hatte. Am anderen Ende der Leitung meine liebe Freundin, die ohne große Umschweife, ziemlich rasch auf den Punkt kam und mich mehr als deutlich an mein Versprechen erinnerte. Ach und übrigens sei zu der Hochzeit auch gleich noch die Taufe des gemeinsamen Kindes geplant.

„Mooooment, Versprechen? Welches Versprechen? OHHHH… SHIT!!!“ Während ich später erzählte, dass ich die mutigste und gleichzeitig verrückteste Braut auf dem gesamten Erdball getroffen habe, erzählte sie, dass ich geschockt den Hörer aufgelegt und mich eine Woche lang nicht mehr gemeldet habe. Kreativität braucht offensichtlich Raum! Viiieeel Raum! 😉

Wie man ja sicherlich irgendwie vermuten kann, habe ich dann doch zugesagt, meine Auswanderungspapiere vorbereitet und dem Tag der Hochzeit mit schwitzenden Händen entgegengefiebert.

Und dann kam er, der große Tag und es geschah etwas, mit dem ich, bei all der Aufregung, nicht gerechnet hätte und auf das ich auch heute nicht mehr verzichten möchte. Ich wurde ruhig und mir wurde klar, dass ich drei wunderbare Menschen, am schönsten Tage ihres Lebens begleiten durfte. Was könnte schöner sein? Ja, es ist tatsächlich wahr:

Wo Musik ist, ist Liebe!

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Auf den gängigen Social Media Plattformen finden Sie mich natürlich auch. Schauen Sie gerne mal vorbei und hinterlassen einen lieben Gruß. Ich freue mich auf Sie!

Wer es bis hierher geschafft hat, darf sich nun auch gern selbst ein Bild machen.

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